Praktischer Internationalismus: Ein Reisebericht einer Delegation nach Südmexiko (Chiapas)
GER 52 (Raum E)

Delegationsreise nach Chiapas Mexiko Anfang diesen Jahres begann eine Delegationsreise des Internationalistischen Zentrums Dresden gen Chiapas, mit dem Ziel, mehr über selbstorganisierte, ökologische, Basiskämpfe und -bewegungen zu erfahren und mit Menschen vor Ort in Austausch zu treten. Die Delegierte arbeitete vor Ort mit dem Menschenrechtszentrum „Fray Bartolomé de las Casas“.

Die Reise führte uns in die unterschiedlichsten Zonen Chiapas, beispielsweise in die Nähe der „Selva Lacandona“ zu der zapatistischen Bewegung oder in die Hochebenen Chiapas zu den „Abejas“ und zu den tausenden Vertriebenen, welche seit Ende 2017 in notdürftigen, unmenschlichen Unterkünften hausen.

Die Zapatistas traten am 1.Januar 1994, dem Tag an dem NAFTA (Freihandelsabkommen mit USA, Kanada, Mexiko)in Kraft trat, erstmals in die Öffentlichkeit, sie erhoben sich gegen die mexikanische Regierung und das Militär. Die zapatistische Bewegung benannte sich nach einem der wichtigen Bauernanführer in der Revolution 1910, Emiliano Zapata, welcher für „Land und Freiheit“ (Tierra y Libertad) für die Gemeinden kämpfte. Sie selbst fordern: „Gleichheit, Gerechtigkeit, Freiheit, Unabhängigkeit, Land, Arbeit, Gesundheit, Bildung, Frieden, Wohnraum, Ernährung und Demokratie“ (erste Deklaration aus dem lakandonischen Urwald). Im Laufe der Jahre entstanden innerhalb der basisdemokratisch organisierten Bewegung autonome Regierungs- und Verwaltungsstrukturen, als auch Bildungs- und Gesundheitssysteme.

Während der Delegationsreise besuchte unsere Delegierte zwei der fünf autonomen Caracoles („Schneckenhäuser“), welche die Verwaltungszentren der zapatistischen Bewegung sind.

Die Abejas (Zivilgesellschaftliche Organisation Die Bienen) ist eine christliche, pazifistische Bewegung, die sich in vom Staat unabhängigen Strukturen organisiert und sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt. Wie auch die zapatistische Bewegung fordern sie, seit ihrer Gründung 1992, ein Ende der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung, Selbstbestimmung für die Gemeinden, bessere Gesundheitsversorgung und Bildung, eine Neuverteilung des Landes sowie mehr Demokratie und Freiheit. Im Gegensatz zu der zapatistischen Bewegung haben sie sich nie bewaffnet, sondern leisten in jedem Fall einen gewaltfreien Widerstand gegen die repressive mexikanische Regierung. Die Menschen haben sich dazu entschieden, in den eigens errichteten autonomen Regierungsstrukturen zu leben. Sie lehnen staatliche „Hilfen“ ab, bezahlen weder Steuern noch Elektrizität und Wasser.

Habt ihr Interesse mehr über die selbstorganisierten Bewegungen in Mexiko zu erfahren?

Dann kommt vorbei!