The dark side of the beats – Elektronische Musik & reaktionäre Vereinahmungsversuche
PlatzDa!

Dass elektronische Musik und reaktionäre Ideologien nicht zusammengehen ist ein gut gepflegter Mythos. Seit Beginn der elektronischen Musik finden sich nicht nur Musiker*innen die in den neuen Sounds und Arten der gemeinschaftlichen Auseinandersetzung emanzipatorische Potentiale verorten, sondern mindestens ebensoviele, die mit ihrer Musik und dazugehörigen performativen Inszenierungen die Kehrseiten moderner Vergesellschaftung in den Fokus ihres Schaffens rückten. Vielfach im affirmativen Zugriff auf extrem rechte Ideologien.

Subkulturelle Strömungen, wie Noise, Industrial, Power Electronics & uvm., haben in den letzten Jahren wieder stärker zunehmenden Einfluss auch auf die Technosubkultur genommen. Und mit ihr sind auch wieder reaktionäre Positionen stärker in die vieler Ortens entpolitisierten Partys vorgerückt. In Italien tanzen die Faschist*innen der Casa Pound zum Beat, in Rotterdam erlebt der hypermaskuline Gabber ein Revival und in Wien picken mittlerweile vieler Ortens Sticker der „Tanzbrigade Wien“. Zeit sich also die Darkside of the beat etwas genauer anzuschauen.

Referent: Jerome Trebing